Warum „Im Bann des Bösen“ mit Gizeh beginnen musste
Mir war früh klar, dass Lucien Thorn nicht mit einem gewöhnlichen Spukhaus oder einem beliebigen Geisterfall beginnen durfte. Wenn diese Reihe funktionieren soll, musste schon der erste Band zeigen, dass hinter allem etwas Größeres steht. Etwas Altes. Etwas, das weiter zurückreicht als der eigentliche Fall.
Warum die Geschichte in Gizeh 1940 beginnt
Der eigentliche Ursprung von Im Bann des Bösen war für mich nicht Lucien selbst, sondern das Bild einer Ausgrabung mitten im Krieg. Wüste. Staub. Deutsche Soldaten. Etwas, das in Gizeh gefunden wird und besser verborgen geblieben wäre.
Mich reizte daran vor allem der Kontrast: ein moderner Krieg – und darunter etwas, das viel älter ist. Nicht einfach ein Fluch oder ein Monster, sondern das Gefühl, dass Menschen glauben, sie könnten etwas kontrollieren, das weit größer ist als sie selbst.
Genau deshalb beginnt das Buch nicht direkt mit Lucien Thorn. Der Leser soll zuerst spüren, dass hier etwas in Bewegung gesetzt wird. Etwas, das lange vor Lucien begonnen hat.
Warum Lucien nicht sofort im Mittelpunkt stehen durfte
Viele Reihen beginnen damit, dass man sofort beim Hauptcharakter ist. Mir war das hier zu wenig. Lucien sollte nicht wirken wie jemand, der einfach in einen beliebigen Fall stolpert. Ich wollte, dass er das Gefühl bekommt, in etwas hineingezogen zu werden, das bereits existiert.
Dadurch wirkt Lucien nicht wie der Mittelpunkt der Welt, sondern wie jemand, der auf etwas stößt, das schon lange gewartet hat. Gerade das macht die Bedrohung größer. Sie entsteht nicht erst mit ihm. Sie war schon da.
Was dieses Buch sein sollte – und was nicht
Mir war wichtig, dass Im Bann des Bösen kein bloßer Action-Horror wird. Es sollte unheimlich sein, aber nicht laut. Geheimnisvoll, aber nicht beliebig. Ich wollte eine Geschichte, die sich eher langsam aufbaut und bei der man das Gefühl hat, dass hinter jedem Hinweis noch etwas anderes steckt.
Gleichzeitig sollte der Roman nicht einfach nur eine Kopie klassischer Geister- oder Dämonengeschichten sein. Lucien Thorn sollte eine eigene Richtung bekommen: weniger Held mit Superkräften, mehr jemand, der Dinge erkennt, die andere lieber übersehen würden.
Warum die Atmosphäre wichtiger war als bloße Handlung
Bei diesem Band war für mich die Stimmung fast wichtiger als der eigentliche Plot. Ich wollte Nebel, alte Häuser, verlassene Orte, Vergangenheit und das Gefühl, dass etwas nie wirklich verschwunden ist.
Die Geschichte sollte nicht wie ein schneller Thriller wirken. Eher wie ein langsames Hineingehen in etwas Dunkles. Ein Leser soll nicht nur wissen, dass etwas gefährlich ist – er soll es spüren.
Was unter der Oberfläche steckt
Unter der eigentlichen Handlung steckt für mich vor allem ein Gedanke: Menschen öffnen Türen, die besser geschlossen geblieben wären. Nicht aus Bosheit, sondern aus Neugier, Ehrgeiz oder dem Wunsch nach Macht.
Gerade der Beginn in Gizeh zeigt das. Die Figuren dort glauben, sie hätten etwas entdeckt. Tatsächlich haben sie etwas geweckt.
Dieser Gedanke sollte später zur eigentlichen Grundlage der Reihe werden: Dass hinter den Fällen nicht einfach nur einzelne Monster stehen, sondern immer wieder dieselbe menschliche Schwäche.
Warum mir dieser erste Band wichtig ist
Im Bann des Bösen ist für mich wichtig, weil hier zum ersten Mal sichtbar wird, was Lucien Thorn als Reihe eigentlich sein soll. Nicht bloß Horror. Nicht bloß Dämonen. Sondern Geschichten, in denen Vergangenheit, Schuld, Geheimnisse und etwas Übernatürliches ineinandergreifen.
Vielleicht musste der erste Band deshalb genau so beginnen: Nicht mit einer Antwort. Sondern mit einer Tür in der Wüste, die niemals hätte geöffnet werden dürfen.
Warum ich das erwähne: Weil mich an solchen Geschichten nicht nur das Übernatürliche interessiert, sondern der Moment, in dem Menschen glauben, sie hätten etwas gefunden – und in Wahrheit etwas freilassen.
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